Kommt das Handyverbot für deutsche Schwimmbäder?

Kommt das Handyverbot für deutsche Schwimmbäder?

Schon seit einiger Zeit ist das Fotografieren und Filmen in den deutschen Schwimmbädern ein großes Problem. Immer mehr Menschen ärgern sich darüber, dass jemand sie einfach fotografiert oder filmt und das Ergebnis in den sozialen Netzwerken postet. Selbst wenn die Freibadsaison noch eine Weile auf sich warten lässt, die Probleme gibt es auch in den Hallenbädern. Mittlerweile bestehen zwar Verbote, aber die Betreiber gehen noch einen Schritt weiter, sie wollen ein Handyverbot erreichen. Ob sich das aber so durchsetzen lässt, ist mehr als fraglich.

Die Persönlichkeitsrechte schützen

Immer wieder finden sich Menschen ungefragt in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram wieder. Die meisten wissen überhaupt nicht, wer sie fotografiert oder gefilmt hat und sie haben daher auch kaum eine Handhabe, sich gegen die Veröffentlichung zu wehren. Diejenigen, die andere Badegäste im Schwimmbad ablichten und die Bilder anschließend veröffentlichen, sind sich oftmals nicht bewusst, dass sie die Persönlichkeitsrechte ihrer Motive verletzen. Das zwingt die Betreiber der Bäder jetzt zu drastischen Mitteln. Sie verbieten das Fotografieren und Filmen, was vielen jedoch nicht weit genug geht. Sie wollen ein komplettes Handyverbot, aber das lässt sich nicht so einfach realisieren. Das Fotografieren im öffentlichen Raum ist zwar nicht verboten, aber derjenige, der Fotos schießt, darf sie weder veröffentlichen noch verbreiten. Das gilt natürlich auch für alle sozialen Netzwerke.

Eine sensible Situation

Ganz besonders sensibel ist die Situation in Hallen- und Freibädern. Dort tragen die Besucher nur Badekleidung und es kommt immer wieder zu Verletzungen im persönlichen Lebensbereich. Das Strafgesetz kann jedoch nur greifen, wenn es um eine Straftat geht. Dann ist es oft schon zu spät und die Fotos sind bereits online. Die Stadt Karlsruhe hat deshalb in ihren Bädern ein komplettes Fotografierverbot ausgesprochen. Gäste, die ein Smartphone in der Hand halten, werden in den Frei- und Hallenbädern von den Mitarbeitern gezielt angesprochen. Die Smartphones müssen in den Taschen bleiben und die meisten Gäste haben damit keine Probleme. Wer fotografieren will, muss den Bademeister informieren und ihm das Motiv nennen. Gibt es nichts zu beanstanden, steht einem Foto nichts mehr im Wege.

Viele Verbote gibt es schon

Nicht nur die Bäder in Karlsruhe greifen beim Fotografieren mit dem Handy durch. Auch die Bäderland GmbH in Hamburg untersagt per Hausordnung in ihren Einrichtungen das Filmen und Fotografieren. Noch weiter geht das Freizeitbad „Arriba“ in Norderstedt in Schleswig-Holstein. Im Hallenbad wie auch im Strandbad sind das Fotografieren, das Filmen sowie die Benutzung eines Fernglases untersagt. In anderen Bädern wird den Badegästen schon am Eingang ein Siegel über die Kameralinse geklebt. Diese Siegel gibt es schon seit 2004 und entwickelt wurden sie, um Industriespionage zu verhindern.

Fazit

Die Deutsche Gesellschaft für Badewesen hat Zweifel, ob sich ein Handyverbot in den deutschen Hallen- und Freibädern durchsetzen lässt. Wenn an einem heißen Sommertag 5000 oder mehr Badegäste ein Freibad besuchen, ist es unmöglich, zu kontrollieren, ob jemand ein Smartphone dabei hat oder nicht. Selbst ein generelles Verbot, zu fotografieren oder zu filmen, ist an solchen Tagen kaum durchzusetzen. Bei diesen Menschenmengen ist eine Überprüfung schlichtweg nicht mehr möglich.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / VitalikRadko

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