Warum in Deutschland immer mehr Schwimmbäder schließen müssen

Warum in Deutschland immer mehr Schwimmbäder schließen müssen

In Deutschland müssen immer mehr Schwimmbäder schließen. In den vergangenen 18 Jahren ist die Zahl der Badeanstalten drastisch zurückgegangen, vor allem Nordrhein-Westfalen, das größte deutsche Bundesland, ist betroffen. Die Städte und Gemeinden, in denen die Schwimmbäder schließen, appellieren jetzt an die Politik, das langsame, aber stetige Ende der Schwimmbäder aufzuhalten. Aber warum müssen so viele Schwimmbäder schließen und was kann die Politik unternehmen, um das zu verhindern?

Kann eine Bäderallianz helfen?

Jedes zehnte Schwimmbad musste seit dem Jahr 2000 in Deutschland seine Pforten schließen. Gab es zur Jahrtausendwende noch 6716 Bäder in Deutschland, so sind es heute nur noch knapp 6000. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen mit. Exakt gibt es noch 2275 Hallenbäder und rund 2700 Freibäder sowie 1000 Schulschwimmbäder. Allein in Nordrhein-Westfalen muss mittlerweile im Schnitt jeden Monat ein Bad schließen. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat daher die Initiative ergriffen und mit anderen Verbänden 2017 eine „Bäderallianz“ ins Leben gerufen. Diese Allianz soll die Länder und Kommunen, aber vor allem den Bund wieder zu einem größeren Engagement für die deutschen Schwimmbäder bewegen. Besonders in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland, ist das langsame Sterben der Schwimmbäder sehr deutlich zu spüren.

Es gibt kaum Neueröffnungen

In Nordrhein-Westfalen mussten im vergangenen Jahr erneut acht Schwimmbäder schließen. Über 100 Bäder sind deutschlandweit von einer Schließung bedroht, davon sind knapp 20 Bäder in NRW. Überall in Deutschland stehen 128 Bäder vor der Schließung. Seit 2016 gab es nur 42 Bäder, die eine gründliche Sanierung bekamen und nur sechs Bäder wurden neu eröffnet. In Nordrhein-Westfalen schlossen 36 Schwimmbäder und nur zwölf durften sich über eine Sanierung freuen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert nun eine höhere Beteiligung durch den Bund. Berlin muss mehr Geld zur Verfügung stellen, damit die Menschen im Land weiter Sport treiben und die Kinder wieder schwimmen lernen können.

Eine Aufgabe der Länder

Die Politik in Berlin sollte sich nicht um Steuersenkungen kümmern, sondern besser dafür sorgen, dass in die Infrastruktur der Länder investiert wird. Zu dieser Infrastruktur gehören auch die Schwimmbäder, denn sie machen den Standort Deutschland noch attraktiver. Die Bundesregierung sieht allerdings die Länder in der Pflicht. Die Politik in Berlin ruft die Bundesländer auf, die Kommunen bei der Erhaltung der Infrastruktur zu helfen und sie auch finanziell zu unterstützen. Der Bund kümmert sich bereits um zahlreiche kommunale Einrichtungen, in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Im Bundeshaushalt standen dafür im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro zur Verfügung, davon allein 30 Millionen nur für die Sanierung von Hallen- und Freibädern. Dass diese Summe bei Weitem nicht ausreicht, dürfte jedem klar sein. Der Bund beharrt jedoch weiter darauf, dass die Rettung der Schwimmbäder Ländersache ist.

Fazit

Mit jedem Schwimmbad, das schließen muss, geht auch immer ein Stück Stadtgeschichte zu Ende. Vor allem die überschuldeten Städte stehen vor großen Problemen, wenn es um die Unterhaltung der Schwimmbäder geht. In einigen Städten haben die Bürger die Initiative übernommen und einen gemeinnützigen Verein gegründet. Sie kümmern sich heute in eigener Regie um ihre Bäder. Viele Schwimmbäder wurden auf diese Weise von den Bürgern gerettet.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / limbi007

Redaktion

Redaktion

Hier schreibt die Redaktion von essenerbaeder.de
Redaktion