Freibad Steele: Planungen für die Sanierungsarbeiten werden fortgesetzt

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Die Planungen für die Sanierungsarbeiten des Freibad Steele nach den Hochwasserschäden im Juli letzten Jahres schreiten voran: In seiner heutigen Sitzung (21.06.) hat der Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe Essen (SBE) die Weiterführung der Planung und den Baubeginn der Sanierung empfohlen.

Sanierungsplanung: Hochwasserschutz und Energieeffizienz

In enger Zusammenarbeit zwischen dem Pächter SV Steele 11 e.V., dem technischen Service der SBE und dem nach vorgeschaltetem Vergabeverfahren beauftragten Ingenieurbüro Deye Consulting ist ein Planungsentwurf zur Sanierung des Freibades entstanden, der sowohl die schwimmsportlichen Belange des Vereins sowie auch eine zeitgemäße Bädertechnik und Maßnahmen zum Hochwasserschutz berücksichtigt:

Das Nichtschwimmerbecken soll zu einem modernen Mehrzweckbecken, in dem eine Vielzahl von Schwimmaktivitäten betrieben werden können, umgebaut werden. Bei der Gestaltung stehen eine vielseitige Nutzung und die Hochwassertauglichkeit im Vordergrund. Es ist geplant, das Becken mit Edelstahl auszukleiden und mit einer, ebenfalls aus Edelstahl, aufgesetzten Überlaufrinne zu versehen. Hierdurch wird die Beckenkante soweit erhöht, sodass im tiefsten Beckenbereich eine Wassertiefe von 1,9 Metern erreicht wird.

Durch die Erhöhung des Schwimmbeckens wird ein optimaler Hochwasserschutz erreicht, da die Ruhr höher auflaufen muss, um das Becken zu überfluten. Kommt es dennoch zu einer Hochwasserüberflutung, ist die Edelstahlauskleidung, im Gegensatz zur bisherigen Folienauskleidung, widerstandsfähig und robust genug, dieses Ereignis zu überstehen, ohne Schaden zu nehmen.

Zusätzlich werden die gesamte Beckenhydraulik und die schwimmbadtechnischen Anlagen, dem aktuellen Stand der Technik entsprechend, erneuert. Die Badewasseraufbereitung, die bisher im Vereinsgebäude untergebracht war, wird zukünftig in zwei mobilen Containeranhängern vorgehalten, die bei Hochwassergefahr vom Schwimmbadgelände gefahren werden können. Außerhalb der Betriebszeiten in den Wintermonaten besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Anhänger mit der kompletten Schwimmbadtechnik an einem geschützten Ort überwintern zu lassen.

Ein weiteres Kernelement der Sanierungsplanung ist eine energieeffiziente und ressourcenschonenden Gestaltung der technischen Anlagen. Die Beheizung des Schwimmbadwassers erfolgt zukünftig durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die nur bei Bedarf durch einen Gas-Brennwert-Kessel unterstützt wird. Darüber hinaus ist geplant, das Schwimmbecken mit einer Abdeckung zu versehen, sodass das Beckenwasser außerhalb der Betriebszeiten weniger Wärme verliert grundsätzlich vor äußeren Einflüssen geschützt ist.

Weiteres Vorgehen

Die Gesamtkosten für die vorliegende Planung zur Schwimmbadsanierung belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro. Dies bedeutet aufgrund der deutlich höheren Planungstiefe, der allgemeinen Baukostensteigerung sowie der aktuell angespannten Marktsituation für Schwimmbadtechnik eine Kostensteigerung von rund 52 Prozent der ursprünglichen Kostenprognose von rund 1 Million Euro. Der städtische Eigenanteil beträgt in Anbetracht der vorhandenen Finanzierung durch die gemäß Ratsbeschluss vom August 2021 bereitgestellten Mittel und der Mittel aus dem Förderprogramm „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen“ rund 565.000 Euro. Eine vollständige Finanzierung der Sanierung durch das Landesförderprogramm wird angestrebt.

Die Sanierung der Schwimmbadanlagen soll zusammenhängend durchgeführt werden. Die Ausschreibungen für die Bauleistungen sind für das dritte und vierte Quartal 2022 geplant, sodass voraussichtlich im Januar 2023 die Baumaßnahmen aufgenommen werden können. Die Wiederinbetriebnahme des Freibades soll voraussichtlich im Mai 2023 erfolgen.

Der Rat der Stadt Essen wird in seiner nächsten Sitzung am 22. Juni darüber entscheiden.

Zum Hintergrund

Mitte Juli 2021 sorgte Tief „Bernd“ in Essen für Starkregen und Hochwasser. Durch die Überflutung wurden das Schwimmbecken, die schwimmbadtechnischen Anlagen und Gebäudeteile des Freibad Steele an der Westfalenstraße soweit geschädigt, dass das Freibad nicht mehr betriebsfähig ist. Das Schwimmbecken ist stark beschädigt und bedarf einer umfassenden Sanierung der Schwimmbadanlagen, um die Betriebsfähigkeit wiederherzustellen. Eine Sanierung des Freibades ist dringend erforderlich.

Gemäß Ratsbeschluss vom 25. August 2021 sind den SBE überplanmäßige Mittel in Höhe von rund 1 Million Euro für eine Sanierung des Freibades Steele bereitgestellt worden. Schäden und Aufwendungen der Stadt Essen, die im Zusammenhang mit der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe stehen, werden vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst. Das Land hat Hilfen und Förderprogramme eingeführt, um betroffene Kommunen zu unterstützen. Es handelt sich hierbei um das Förderprogramm „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen“. Bereits im Januar 2022 ist der Antrag auf Förderung der Maßnahme im „Wiederaufbauplan der Stadt Essen“ gestellt worden. Die bisher zu erwartenden Erträge in Höhe von rd. 1,1 Millionen Euro kompensieren einen erheblichen Teil der entstandenen Schäden und Aufwendungen. Ob eine weitere Förderung der Maßnahme bis zu 100 Prozent erfolgen kann, bleibt abzuwarten, weil erst 18 Monate nach einer Erstbeantragung von Fördermitteln die Möglichkeit besteht, erneut Mittel zu beantragen.

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